Verbund Kommunaler
Kinder- und Jugendhilfe
Eigenbetrieb der Stadt Leipzig

Jungenspezifische Wohngruppe



Kontakt
Edmond-Kaiser-Straße 11, 04158 Leipzig
Teamleiterin: Beate Schulze
Tel.: +49 341 3068306
Fax: +49 341 3068306
E-Mail: wg-koch@t-online.de
Anbindung der öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahn: Linien 10, 11, Haltestelle Wahren
Bus:Linie 80, Haltestelle Wahren
Linie 90, Haltestelle Wilhelmstraße
S-Bahn:S3, S-Bahnhof Wahren


Spezifik
  • Stationäres Angebot nach §§ 34, 35a, 41 SGB VIII
  • Geschlechtsspezifisches sozialpädagogisches Angebot für männliche Kinder und Jugendliche
  • Integrationsangebot für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
  • 10 Plätze im Alter von 6 bis 18 Jahren (bei Bedarf bis 21), ausschließlich für Jungen


Konzeptionelle Ausrichtung

Die jungenspezifische Wohngruppe richtet ihr Hilfeangebot speziell an Jungen und junge Männer mit sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen aus.

Ziel der Arbeit ist es, für Jungen unmittelbare Entlastung sowie Schutz und Hilfe bei der Bewältigung von Alltagsproblemen zu geben. Es geht darum, Lebenstüchtigkeit ganzheitlich in emotionaler, kognitiver und sozialer Hinsicht zu erlernen, kooperatives Agieren in den eigenen Lebenszusammenhängen zu erfahren, eigene Stärken sozialverträglich einzusetzen und die Kommunikations- und Konfliktfähigkeiten zu erweitern. Die Jungen können für einen begrenzten Zeitraum (entsprechend Hilfeplanung) in der Einrichtung wohnen und werden dort während des Aufenthaltes sozialpädagogisch betreut. Es stehen dafür 10 stationäre Plätze zur Verfügung. Im Kontext systemorientierter und heilpädagogischer Arbeitsansätze werden Ressourcen genutzt, um folgende Zielstellungen zu verwirklichen:

  • eine Stabilisierung der Jungen zu erreichen,
  • Handlungs- und Kommunikationsfähigkeiten zu fördern,
  • Selbsthilfepotentiale erkennen und nutzen,
  • Selbstwertgefühl sowie die Entwicklung einer selbstbestimmten Geschlechtsidentität zu stärken,
  • Alltagsabläufe zu strukturieren und eine Verselbstständigung zu erwirken.

Neuorientierung ist dann realistisch, wenn es gemeinsam mit dem Jungen und der Familie (ggf. Vormund) auf Grundlage des festgestellten Hilfebedarfs gelingt, gegenseitige Erwartungen zu formulieren und gegebenenfalls abzugleichen. Dabei sollen eigene Ressourcen erkannt und berücksichtigt sowie Wünsche und Vorstellungen artikuliert werden. In der Regel wird es um die Frage gehen, unter welchen Bedingungen der Klient in sein Lebensumfeld zurückkehren kann. Dabei werden die Personensorgeberechtigten mit ihrer elterlichen Verantwortung im Prozess gesehen, da sie auch unabhängig von der aktuellen Situation wichtige Bezugspersonen im Beziehungsgefüge des Jungen sind.

Bei der Betreuung von männlichen unbegleiteten minderjährigen Ausländer liegt der Schwerpunkt in der Thematisierung von flucht- und kriegstraumatisierten Erlebnissen, deren Auswirkungen auf die psychische und seelische Verfassung der Kinder und Jugendlichen wirkt.

Für die pädagogische Arbeit gelten grundlegend für alle Ebenen die Prinzipien der Freiwilligkeit des Angebotes, der Transparenz in den Handlungsvollzügen und der Orientierung an den Bedürfnissen des Jungen. Damit wird ein pädagogischer Ansatz praktiziert, der Beratung, Hilfe und Unterstützung der Klienten in den einzelnen Lebenssituationen beinhaltet, mit dem Ziel, den Jungen zu befähigen, seine Anliegen und Bedürfnisse selbständig zu formulieren und zu artikulieren.

Bei der Arbeit ist es unerlässlich, sich auf die jungenspezifischen Aspekte einzustellen und diese in die Arbeit einzubeziehen. Klischeehafte Rollenbilder, soweit deren Bewusstmachung zur Lebenslage notwendig ist, werden in Frage gestellt, indem ein anderes Rollenverständnis vorgelebt wird.